Die Klimakrise verursacht weltweit spürbare Folgen, darunter extreme Wetterereignisse wie Hitzewellen, Dürren, Waldbränden und Überschwemmungen. Obwohl Deutschland zu den 10 größten CO2-Emittenten zählt (nach Pro-Kopf-Emissionen), haben es unsere Regierungen bisher versäumt, langfristig wirksame Entscheidungen für den Klimaschutz zu treffen. Statt entschlossen zu handeln, hat die letzte Ampel-Regierung sogar das Klimaschutzgesetz abgeschwächt: Verbindliche Ziele für Bereiche mit besonders hohem CO2-Ausstoß wie Verkehr und Gebäude wurden gestrichen. Das aktuelle Klimaschutzgesetz verschiebt große Entscheidungen auf die Zukunft - das gefährdet unsere Grundrechte, zum Beispiel das Recht auf Gesundheit, Freiheit und eine lebenswerte Zukunft. Dabei hat das Bundesverfassungsgericht mit seinem Klimabeschluss im Frühjahr 2021 bereits festgestellt, dass es einen Verschiebebahnhof für Emissionen nicht geben darf.
Die Zukunftskläger:innen fordern das Bundesverfassungsgericht mit ihrer Klima-Verfassungsbeschwerde vom September 2024 auf, folgendes festzustellen:
- Die Ziele von Deutschland sind beim Klimaschutz unzureichend, das Klimaschutzgesetz (KSG) lässt mehr Treibhausgas-Emissionen zu, als das Grundgesetz erlaubt; die “Ambition” ist zu gering
- Die am 16. Juli 2024 in Kraft getretene Novelle des KSG ist verfassungswidrig, weil sie die Senkung von Emissionen faktisch in die Zukunft verschiebt und die Einhaltung der Ziele bis 2030 und danach nicht gewährleistet
- Es braucht die Anordnung von konkreten Gesetzen und Maßnahmen im Verkehrssektor, damit die Klimaziele eingehalten und damit die Freiheitsrechte aller geschützt werden können.
Wir klagen, weil jeder Mensch ein Recht auf Klimaschutz hat. 2021 entschied das Bundesverfassungsgericht, dass vor allem junge Menschen in ihren Freiheitsrechten verletzt werden, wenn das Tempo beim Klimaschutz zu langsam ist und Deutschland sein CO2-Budget überschreitet. Wir fordern, dass das Gericht die Änderungen der letzten Ampel-Regierung am Klimaschutzgesetz zurückweist und stattdessen Maßnahmen anordnet, um die CO2-Emissionen im Verkehr zu senken. So soll es etwa in ländlichen Regionen bessere ÖPNV-Verbindungen als Alternative zum Auto geben. Zudem muss das Gericht anerkennen, dass es nicht nur um Freiheitsrechte, sondern auch um den Schutz unserer Gesundheit vor den Folgen des Klimawandels geht – wie der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte im Fall der KlimaSeniorinnen feststellte. Die Eingriffe durch Hitzewellen oder Hochwasser sind so gravierend, dass der Gesetzgeber handeln muss.
Details zur Zukunftsklage finden sich in dieser Zusammenfassung der Klageschrift.
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